Lerneinheit 6.1 – Agenten bauen
Lerneinheit 6.1 – Agenten bauen
Was ist ein Agent, wie wird er konfiguriert und was macht ihn wirklich gut?
Was ist ein Agent, wie wird er konfiguriert und was macht ihn wirklich gut?
Dauer: ca. 12 Minuten
Ein Agent in Langdock ist ein konfigurierter Chat-Spezialist. Er funktioniert ähnlich wie ein normaler Chat – aber mit einem entscheidenden Unterschied: Du speicherst alles, was du sonst mühsam in jeden Prompt reinschreiben müsstest, direkt in der Agenten-Konfiguration. Anweisungen, Wissen, Tonalität, Verhalten – einmal hinterlegt, immer auf Neue verfügbar.
Das macht Agenten zur richtigen Wahl, sobald eine Aufgabe:
- wiederkehrend ist – dieselbe Art von Aufgabe taucht regelmäßig auf
- geteilt werden soll – mehrere Personen im Team sollen dasselbe Ergebnis erzielen
- kontextintensiv ist – der Agent braucht Wissen (Dokumente, Guides, Standards), das nicht bei jedem Prompt neu erklärt werden soll
Wann lieber kein Agent? Für einmalige, explorative Fragen reicht ein normaler Chat. Für wiederkehrende Textaufgaben mit fester Formatvorgabe reicht meist ein Skill. Ein Agent lohnt sich, wenn vieles zusammenkommt: feste Anweisung + eigene Wissensquelle + Teamnutzung.
Die Kernelemente eines Agenten:
① Anweisungen (System-Prompt) Das ist das Herzstück. Hier legst du fest, wer der Agent ist, was er tut, wie er kommuniziert – und was er nicht tut. Je klarer und konkreter die Anweisung, desto konsistenter das Ergebnis. Ein guter System-Prompt beantwortet diese Fragen:
- Was ist die Aufgabe dieses Agenten?
- Welchen Ton, welches Format, welche Tiefe?
- Was soll er auf keinen Fall tun?
- Wann soll er nachfragen statt raten?
② Wissen (Dateien & Wissenssammlungen) Wenn der Agent auf spezifische Dokumente zugreifen soll – Tone-of-Voice-Guides, Produktbeschreibungen, Briefing-Templates –, hinterlegst du sie hier. Der Agent durchsucht diese Quellen bei jeder Anfrage und nutzt die relevantesten Abschnitte als Kontext.
③ Modell & Kreativität\
Du kannst wählen, welches Sprachmodell der Agent verwendet – und wie „kreativ" seine Antworten sein sollen. Für präzise Prüfaufgaben (wie einen Tonalitäts-Check) empfiehlt sich ein niedriger Kreativitätswert (0–0,3): konsistenter, vorhersagbarer, zuverlässiger. Für offenere, kreative Aufgaben ein höherer Kreativitätswert (0,6-0,7).
④ Teilen Du kannst den Agenten mit einzelnen Personen, Gruppen oder dem gesamten Workspace teilen – mit Nutzungs- oder Bearbeitungsrechten.
Vier Bausteine. Ein verlässlicher Spezialist.
Ein Agent bündelt Aufgabe, Kontext, Antwortverhalten und Zugang an einem Ort.
- 01AnweisungenWas soll er tun?
Aufgabe, Ton, Format und Grenzen: Was soll der Agent tun – und wann soll er nachfragen?
- 02WissenWas muss er kennen?
Guides, Produktinfos und Vorlagen liefern den Kontext, den das Team regelmäßig braucht.
- 03Modell & KreativitätWie antwortet er?
Die Modellauswahl und der Kreativitätswert steuern, wie der Agent Antworten erstellt.
- 04TeilenWer kann ihn nutzen?
Freigaben legen fest, welche Personen oder Gruppen den Agenten nutzen oder bearbeiten.
Merksatz: Ein Agent ist dein konfigurierter Spezialist – nicht für alles, aber für eine Sache sehr gut.
Zwei Wege zum Agenten: Builder oder manuell
Langdock bietet zwei Wege, einen Agenten zu erstellen:
Weg 1 – Agent Builder (empfohlen für den Einstieg): Du beschreibst in natürlicher Sprache, was der Agent tun soll. Der Builder stellt Rückfragen, verfeinert den Plan – und konfiguriert dann den Agenten automatisch. Du kannst danach jederzeit manuell anpassen.
Beispiel-Eingabe: „Ich möchte einen Agenten, der Marketingtexte auf Tonalität prüft. Er soll auf Basis unseres Tone-of-Voice-Guides anmerken, wo ein Text von unserem Markenauftritt abweicht – konkret und konstruktiv."
Weg 2 – Manueller Konfigurations-Editor: Du füllst alle Felder direkt aus: Name, Anweisungen, Wissen, Modell, Freigaben. Mehr Kontrolle, etwas mehr Aufwand.
Beide Wege arbeiten an derselben Konfiguration – du kannst jederzeit wechseln.
Pro-Tipp: In der Praxis hat sich erprobt, dass die Agentenerstellung im Dialog (mit dem Agent-Builder) bessere Ergebnisse erzielt als das manuelle Erstellen. Warum? Weil die KI im Dialog mitdenkt und auch neue spannende Aspekte mit in die Diskussion bringt, an die du vielleicht noch nicht gedacht hast.
Demo
Vom Auftrag zum teilbaren Agenten
Die vorhandenen Screenshots zeigen den Einstieg und den Konfigurationseditor. Die Zwischenstationen erläutern wir als Handlungsschritte, statt weitere Produktansichten vorzutäuschen.
-
01
Agent Builder öffnen
Wähle „Neuen Agent erstellen“ und starte mit einer freien Beschreibung deiner Aufgabe.

Startpunkt: Die Aufgabe in normaler Sprache beschreiben. -
02
Aufgabe konkret beschreiben
Beispiel für den Tonalitäts-Checker:
„Prüfe Marketingtexte anhand unseres Tone-of-Voice-Guides. Benenne konkret, was zur Marke passt und was wir verbessern können.“
Der Builder kann Rückfragen stellen. Ergänze Zielgruppe, Ton und gewünschtes Ausgabeformat.
Gute BeschreibungAufgabe + Wissensquelle + gewünschtes Ergebnis -
03
Konfiguration kontrollieren
Prüfe die Anweisungen. Hänge die passende Wissenssammlung an und passe die Felder bei Bedarf direkt im Editor an.

Editor: Anweisungen und Wissensquelle prüfen, bevor du den Agenten erstellst. -
04
Passend einstellen und testen
Für eine Prüfaufgabe kann ein niedriger Kreativitätswert (zum Beispiel 0,2) die Antworten konsistenter machen. Teste anschließend mit echten Texten.
Vor dem TeilenErgebnis prüfen · Freigaben wählen · Pflege klären
Jetzt du
Aufgabe: Überlege, für welche wiederkehrende Aufgabe in deinem Marketingalltag ein Agent sinnvoll wäre.
Fülle gedanklich diese drei Lücken:
„Unser Team muss regelmäßig ________ erledigen. Dabei brauchen wir immer ________ als Kontext. Das Ergebnis sollte immer ________ sein."
Wenn du konkrete Antworten hast, dann ist das ein klarer Agent-Kandidat.