Lerneinheit 2.2 – Iterativ arbeiten & Qualität sichern
Lerneinheit 2.2 – Iterativ arbeiten & Qualität sichern
Ergebnisse verfeinern, Halluzinationen erkennen, Quellen prüfen
Ergebnisse verfeinern, Halluzinationen erkennen, Quellen prüfen
Dauer: ca. 12 Minuten
Es gibt eine weit verbreitete Erwartung: Der Prompt geht rein, das perfekte Ergebnis kommt raus. Einmal. Sofort.
Das passiert. Aber selten beim ersten Mal.
KI-Modelle arbeiten anders als Suchmaschinen. Sie generieren Antworten Wort für Wort auf Basis von Wahrscheinlichkeiten – nicht auf Basis einer Datenbank gesicherter Fakten. Das macht sie unglaublich flexibel und kreativ. Und es bedeutet: Ergebnisse müssen hinterfragt werden.
Die gute Nachricht: Du musst nicht von vorne anfangen, wenn das erste Ergebnis nicht passt. Du verfeinerst im Gespräch.
Iteration: So funktioniert das Gespräch
Stell dir den Chat als einen laufenden Dialog vor. Jede Nachricht baut auf der vorherigen auf. Das bedeutet:
- „Die Tonalität ist zu formal. Mach sie zugänglicher, aber weiterhin professionell."
- „Variante 2 gefällt mir am besten. Bau darauf auf und füge einen konkreten Mehrwert für Einkäufer hinzu."
- „Kürz das auf maximal 4 Sätze."
- „Gibt es eine Formulierung, die weniger nach Marketingtext klingt?"
Das sind keine neuen Prompts. Das ist ein Gespräch. Und je klarer du weißt, was dich stört, desto schneller kommt das Ergebnis, das passt.
Faustregel: Plane 2–3 Iterationen ein. Wer das erwartet, ist nicht enttäuscht, sondern arbeitet einfach effizient.
Halluzinationen: Wenn die KI erfindet
Der Begriff klingt dramatischer als er ist. „Halluzinieren" bedeutet: Die KI liefert Informationen, die falsch oder nicht belegbar sind – und klingt dabei vollkommen sicher.
Typische Fälle im Marketingalltag:
- Statistiken und Studien, die so nicht existieren
- Zitate von Personen oder Organisationen (falsch oder erfunden)
- Produktdetails oder Preisangaben zu Wettbewerbern
- Aktuelle Ereignisse (wenn keine Websuche aktiv ist)
Das bedeutet nicht, dass du der KI nichts glauben kannst. Es bedeutet: Fakten, Zahlen und Quellen gehören immer gegengeprüft. Vor allem wenn sie in offiziellen Kommunikationsmitteln landen.
Wie viel Prüfung braucht dein Ergebnis?
Die Ampel hilft dir, den passenden Prüfschritt zu wählen. Auch kreative Texte brauchen am Ende deinen Blick auf Ton und Marke.
Grün - direkt weiterarbeiten
Kreative Entwürfe
Brainstorming, Gliederungen, Formulierungs- und Tonalitätsvarianten.
Prüfe, ob Inhalt und Ton zu deiner Aufgabe passen.
Gelb - mit der Vorlage vergleichen
Zusammenfassungen und Einschätzungen
Zusammenfassungen hochgeladener Dokumente und allgemeine Markteinschätzungen.
Gleiche zentrale Aussagen mit dem Original oder einer verlässlichen Quelle ab.
Rot - immer unabhängig prüfen
Fakten mit Folgen
Zahlen, Studien, Zitate, Wettbewerbsdaten und rechtliche Aussagen.
Verwende sie erst, wenn du die Originalquelle geprüft hast.
Qualität sichern: drei einfache Reflexionsfragen
Bevor du einen KI-Output weiterverwendest, frag dich kurz:
- Stimmt das? – Gibt es Fakten, Zahlen oder Behauptungen, die ich nicht aus eigener Kenntnis bestätigen kann?
- Passt das zu uns? – Ist Tonalität, Haltung und Inhalt wirklich zu unserer Marke und Positionierung kompatibel?
- Ist das besser als was ich selbst geschrieben hätte? – KI-Output ist kein Qualitätssignal per se. Manchmal ist der eigene Text besser.
Prompt bearbeiten vs. neue Nachricht schreiben
Langdock bietet dir zwei Wege, wenn ein Ergebnis nicht stimmt:
- Neue Nachricht im selben Chat: Die KI kennt den bisherigen Gesprächsverlauf und arbeitet daran weiter. Ideal für Verfeinerungen.
- Prompt bearbeiten: Fahr mit der Maus über deinen eigenen Prompt und klicke auf das Stift-Icon. Du kannst den ursprünglichen Prompt ändern und neu abschicken. Praktisch, wenn du von vorne anfangen willst, ohne einen neuen Chat zu öffnen.
Mehr dazu: Grundfunktionen des Chats – Prompt bearbeiten
Antwort neu generieren
Wenn du mit einem Ergebnis nicht zufrieden bist, aber deinen Prompt nicht ändern willst: Klicke auf den kreisförmigen Pfeil unter der Antwort. Die KI generiert eine neue Variante – leicht unterschiedlich, weil KI-Modelle nicht deterministisch arbeiten. Du kannst so mehrere Versionen vergleichen.
Jetzt du
Deine Aufgabe: Öffne den Prompt aus Lerneinheit 2.1. Ist das Ergebnis gut? Falls nicht: Schreib eine Folgenachricht mit einer gezielten Verfeinerungsanweisung.
Falls das Ergebnis gut war: Simuliere bewusst eine Iteration – zum Beispiel: „Schreib eine zweite Variante, die mehr auf den konkreten Nutzen eingeht." Vergleiche beide Versionen.